Städtepartnerschaften – Bindeglied für Europa

Staatssekretärin Karin Müller Gast der Europa-Union Wetterau

 

Unter dem Titel „Städtepartnerschaften – Bindeglied für die EU – auch mit der Ukraine ?!“ hatte der Kreisverband Wetterau der Europa-Union eingeladen und dazu eine kompetente Referentin gewonnen. Karin Müller, Staatssekretärin im Hessischen Ministeriums für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales und Entbürokratisierung kam direkt aus Brüssel, sozusagen aus dem Herzen der EU.

Im IHK-Gebäude in Friedberg erwartete sie eine interessierte Hörerschaft. 

Müller begann mit ihrer Einschätzung der sog. Großwetterlage. Es sei schwer in dieser eher chaotischen Zeit Ordnung und Sicherheit zu vermitteln. Menschen, die mit großen Unsicherheiten konfrontiert sind, würden leider oft leichte Beute für einfache Antworten. Dabei seien die Positionen und das Agieren der Trump-Regierung alles andere als hilfreich. Problematisch sei auch die zunehmende „Unschärfe der amerikanischen Position“ in außenpolitischen Fragen. Die EU müsse ihre Einheit bewahren, dabei kommt es auch auf Deutschland an. Die EU müsse zudem für ihre Bürger einfacher und einfacher verstehbar werden.

Auch dafür seien die bestehenden Partnerschaften zwischen Städten und auch Kreisen, von großem Wert, so Müller. Allein in Hessen existieren davon 830 in Deutschland 6.500 und in Europa ca. 20.000. Die Begegnung von Menschen aus unterschiedlichen Ländern auf Augenhöhe sei ein wichtiger Gegenpol für den weiteren Verständigungs- und Integrationsprozess innerhalb der EU zu der ansonsten drohenden Fragmentierung.

Eine gar nicht so bekannte Institution ist der sog. Europäische Rat der Regionen (ADR), in der sich die EU mit 329 Mitgliedern noch einmal regional abbildet und der ein wichtiges Bindeglied zwischen der EU und seinen Bürgern darstellt. Karin Müller ist dort für Hessen Mitglied ist. Er tagt öffentlich und war sofort als potentielles Reiseziel der Europa-Union Wetterau ausgemacht. 

Einen wichtigen Teil des Vortrages und der nachfolgenden lebhaften Diskussion nahm dann das Thema ‚Ukraine‘ ein. Angesichts des großen Drucks unter der das Land stehe sei weiterer Beistand dringend erforderlich. Auch jetzt erfolge viel unbürokratische Hilfe, die für Wiederaufbau ausgebaut werden müsse. Vor Beginn des Krieges gab es 70 deutsche Partnerschaften mit der Ukraine. Erfreulicherweise sind es derzeit schon 250 – leider nur 6 in Hessen. Müller warb dafür diese auszubauen - Fördermittel der Landesregierung ständen als Anschubfinanzierung dafür bereit. Zwei Vertreterinnen eines neu gegründeten Partnerschaftsverein mit der Ukraine aus Bad Vilbel waren unter den Zuhörern und hörten das mit Interesse.     

 

 

Bildunterschrift: 

Karin Müller in der Mitte vorne umringt von Vorstandsmitgliedern und Zuhörern